Christian Klees

Sportschütze und Olympiasieger (geb. 1968)

Christian Klees wurde am 24. Juni 1968 hier in Eutin geboren. Er wurde zu einer großen Schießlegende in Deutschland und die Leidenschaft für den Schießsport fing schon sehr früh an. Mit 11 Jahren trat er bereits nach einer Ferienpass-Aktion „Schießen“ in den Verein der Eutiner Sportschützen ein. Sein Vater Jürgen Klees war dort Oberschießwart und trainierte seinen Sohn in Folge sehr erfolgreich.

Schon mit 16 gehörte Klees dem Junioren-Landeskader des Norddeutschen Schützenbundes an. Die Eutiner Sportschützen unterstützten und förderten das erkennbar große Talent Klees, wo immer es nach ihren Möglichkeiten ging. Sie ermöglichten viele Reisen zu Starts auf nationaler und internationaler Ebene. So ging es schon früh mit dem Erreichen von Titeln und guten Platzierungen los, zunächst auf Landes-, dann auf Bundesebene.
1987 wurde Klees in die Junioren-Nationalmannschaft des Deutschen Schützenbundes berufen und erreichte bereits 1988 mit der Mannschaft den 3. Rang bei der Europameisterschaft in Finnland. Nach dem Übergang in die Herren-Nationalmannschaft im Jahr 1989 folgten weitere Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene. Dazu zählten u. a. 8 deutsche Meistertitel, 4 deutsche Rekorde, erste Plätze beim Worldcup in Mailand, Worldcup-Finale in Lugano und bei den Europameisterschaften in Zürich, sowie zahlreiche Platzierungen auf dem Treppchen.

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Und dann kamen die Olympischen Spiele 1996 in Atlanta. Christian Klees gewann in der Disziplin „Kleinkaliber Gewehr liegend“ die damals 1. Goldmedaille für das Deutsche Olympiateam. Mit 600 von 600 möglichen Ringen im Vorkampf stellte er den Weltrekord ein und einen neuen olympischen Rekord auf. Seine 704,8 Ringe nach dem Finale bedeuteten sogar einen neuen Weltrekord und einen neuen Final-Weltrekord. Dieser wurde erst bei den Olympischen Spielen 2012 in London eingestellt!

Damit stand Klees bundesweit in den Schlagzeilen und in Eutin gab es vor lauter Freude kein Halten mehr. Der Bürgermeister ordnete Beflaggung an den städtischen Gebäuden an und nach der Rückkehr von Christian Klees gab es eine große Party auf dem Eutiner Marktplatz. Fernsehteams fielen in Eutin ein und besuchten auch den nun legendären Schießstand der Eutiner Sportschützen auf dem Vogelsberg. Die Stadt Eutin verlieh Christian Klees den Ehrenring und der damalige Bundespräsident Roman Herzog verlieh ihm das Silberne Lorbeerblatt, die höchste staatliche Auszeichnung für Spitzenleistungen im deutschen Sport. Darüber hinaus wurde er in diesem Jahr und auch im Folgejahr zum Sportler des Jahres in Schleswig-Holstein gewählt. Die „Christian-Klees-Halle“ in der Jugendfreizeit- und Bildungsstätte des Kreises Ostholstein in Scharbeutz wurde nach ihm benannt.

Nachdem er sich für die Olympischen Spiele 2000 nicht qualifizieren konnte, erklärte er nach dem Weltcup-Finale 2001 in München das Ende der internationalen Karriere. 2005 hing er die Schießsportschuhe dann endgültig an den Nagel. Bei den Eutiner Sportschützen, denen er viel zu verdanken hatte, war er bis zu seinem Ausscheiden Ende 2010 über viele Jahre als Trainer und in verschiedenen Vorstandspositionen tätig.

Erst Ende 2014 fand er den Weg zurück zum Schießsport … und zwar als Co-Trainer bei der SB Freiheit Osterode in der Luftgewehr-Bundesliga. Bis heute erreichte das Team drei 3. Plätze, drei 2. Plätze und den Deutschen Meistertitel im Jahr 2018.

Was macht Christian Klees bei all´ dem Sportlichen beruflich? Nach der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Gemeinde Süsel folgte eine vierjährige Bundeswehrzeit bei der Sportfördergruppe in Mainz. Im Anschluss daran wechselte er in seinen erlernten Beruf zum Kreisgesundheitsamt Ostholstein in Eutin. Sein sportlicher Ehrgeiz zeigte sich auch darin, dass er diese sichere berufliche Tätigkeit bereits 20 Monate vor der Olympiade 1996 wieder aufgab, um sich konzentriert und zielgerichtet vorzubereiten. Nach dem Ende seiner internationalen Schießsportkarriere setzte Klees seine Verwaltungslaufbahn bei der Gemeinde Malente fort. Er lebt heute ebenfalls in Malente und widmet sich in seiner Freizeit dem Geocaching.

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